20
Dezember
2019

HLBG schafft neues Relativgravimeter zur Schweremessung an

Investition für die digitale Zukunft

Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation hat kürzlich ein neues Gravimeter angeschafft, um künftig präzise Schweremessungen durchzuführen. Mit Kosten von rund 130.000 Euro zählt das Modell Scintrex CG-6 zu den teuersten Anschaffungen in diesem Jahr. Ein Gravimeter misst die Schwerebeschleunigung an der Erdoberfläche, die regional unterschiedlich ist.

Bild HVBG
Das Bild zeigt den Leiter des Dezernats Geodätischer Raumbezug, Bernhard Heckmann (li.), zusammen mit Kollegen beim Übergabetermin des Gravimeters. Bild HLBG.

Die Ergebnisse geben beispielsweise Auskunft über Massenunregelmäßigkeiten im Erdinnern, was für verschiedene Anwendungsgebiete wie der Geophysik von Bedeutung ist. So werden in der Praxis auch oft Hinweise auf Erdölvorkommen oder Hohlräume geliefert. In der Landesvermessung werden Schwerewerte für die Bestimmung hochgenauer Höhen sowie zur Berechnung der natürlichen Form der Erde, dem sogenannten Geoid, benötigt.

Um die anstehenden Schweremessungen zuverlässig durchführen zu können, sei die Anschaffung des neuen Gravimeters unausweichlich gewesen. „Bereits viele Bundesländer arbeiten mit der neuen Gravimeter-Generation. Wir freuen uns, dass wir künftig ebenfalls von diesem hochmodernen Instrument profitieren können, was die Landesvermessung nachhaltig unterstützen wird und die Digitalisierung in diesem Bereich voranbringt“, sagt der Leiter des Dezernats Geodätischer Raumbezug, Bernhard Heckmann.

Die Anschaffung eines Gravimeters der neuesten Generation bedeutet für das HLBG einen technologischen Quantensprung: Ausgerüstet mit modernsten technischen Standards, wie z. B. einer automatischen Datenregistrierung und durchgängigem Datenfluss zur Auswertesoftware, grafischen Anzeigen zur Qualitätssicherung  und Fernbedienung mit Tablet über Bluetooth können mit dem Relativgravimeter Scintrex CG-6 die anstehenden Arbeiten im Schwerefestpunktfeld nun zuverlässig durchgeführt werden.

Mit dem neuen Gerät ließe sich laut Heckmann auch die gravimetrische Datengrundlage für das bundesweite Geoidmodell verbessern. Dieses verknüpft die für die Praxis wichtigen Gebrauchshöhen (Meereshöhen) mit den ellipsoidischen Höhen, die über moderne satellitengestützte Vermessungsverfahren exakt und schnell bestimmt werden können. Das bundesweite Geoidmodell ist zudem ein wichtiger Baustein bei der Berechnung eines genauen europäischen Geoidmodells.

Für die bisherigen Schweremessungen wurden Geräte aus den späten 1970-er Jahren verwendet. Die beiden Relativgravimeter der Firma LaCoste & Romberg haben eine aufwändige manuelle Bedienung, keinen automatischen Datenfluss und waren vermehrt Problemen ausgesetzt, die zu unzuverlässigen Messergebnissen führten. Zudem musste bei den über 40 Jahre alten Geräten jederzeit mit einem Totalausfall gerechnet werden.

Weitere Informationen: www.hvbg.hessen.de

 

 

 

 

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