04
Dezember
2017

Trockenübung für den Hochwasserfall: Historische „Flut“ am Rhein sicher beherrscht

Gemeinsam mit Frankreich und dem Bundesland Rheinland-Pfalz haben die für den Hochwasserschutz am Oberrhein zuständigen Dienststellen Baden-Württembergs gestern eine Hochwasserschutzübung durchgeführt. Organisiert wurde die „Internationale Reglementübung“ durch die LUBW Landesanstalt für Umwelt; beteiligt waren in Baden-Württemberg das Umweltministerium, die LUBW mit ihrer Hochwasservorhersagezentrale und ihrem Hochwasserlagezentrum in Karlsruhe sowie die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe. Teilnehmer in Frankreich waren die französische Umwelt- und Planungsbehörde DREAL, die französische Schifffahrtsverwaltung VNF sowie der Betreiber der französischen Wasserkraftwerke EDF.

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Freiburg machten wie in einem Hochwasser-Ernstfall Dienst vor Ort in den Steuerständen der Kulturwehre Breisach und Kehl/Straßburg. Solche „Trockenübungen“ für den Hochwasserfall werden regelmäßig durchgeführt.

Szenario war in diesem Jahr das historische Hochwasser von 1919, das von der Hochwasservorhersagezentrale auf ein Katastrophenhochwasser hochgerechnet wurde. Im Stundentakt liefen bei den Dienststellen neue „Hochwasservorhersagen“ ein, die die Zentrale realitätsnah einspielte. Nach Analyse gegenwärtiger bzw. prognostizierter Pegelstände und Abstimmung zwischen den Beteiligten wurden alle erforderlichen Hochwasserrückhaltemaßnahmen fiktiv eingesetzt. So wurde die Absenkung des Kulturwehrs Breisach veranlasst und die derzeit existierenden Hochwasserrückhalteräume fiktiv eingesetzt. Dies sind in Baden-Württemberg die Polder Altenheim, Söllingen-Greffern und Rheinschanzinsel sowie das Kulturwehr Kehl/Straßburg. Auch in Frankreich und Rheinland-Pfalz wurden die dort vorhandenen Rückhaltemaßnahmen fiktiv eingesetzt.

Bestandteil der Übung war auch, die im Ernstfall notwendigen Informationen zu veranlassen. Detailgenau wurde daher Buch geführt, zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Hochwasserschutzmaßnahmen hätten in Betrieb genommen werden müssen und dass die vorgesehenen Informationswege eingehalten wurden.

Das Hochwasserlagezentrum der LUBW koordinierte die Übungen und berechnete die hochwassermindernde Wirkung der eingesetzten Retentionsmaßnahmen.

Nach der fiktiven Inbetriebnahme der Hochwasserrückhaltemaßnahmen kam am späten Nachmittag die Nachricht aus Karlsruhe, dass das angenommene Hochwasser sicher beherrscht wurde und die Anlagen wieder in den Normalbetrieb übergehen können.

Weitere Informationen: www.hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de

 

 

 

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