09
Dezember
2019

7. Deutsches Geoforum und 25 Jahre DDGI

Geoinformation für die Digitale Zukunft

In seinem 25. Jubiläumsjahr hat der Deutsche Dachverband für Geoinformation e.V. (DDGI) mit dem 7. Deutschen GeoForum die Themenfelder der GeoIT, der Erdbeobachtung und der Navigation mit den aktuellen Entwicklungen der Querschnittstechnologien wie BigData, CloudComputing, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Maschine Learning, aufgegriffen. Unter dem Motto -  Geoinformation für die Digitale Zukunft, standen die beiden Veranstaltungstage am 26. und 27.11.2019 in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin.

Bild Werner Liebers
Beim 7. Deutschen GeoForum des Dachverbandes für Geoinformation (DDGI) trafen sich über 100 Fachleute der gesamten Geoinformationsbranche in Berlin. Bild Hans Werner Liebers.
Bild Hans Werner Liebers
Herr Staatssekretär Dr. Markus Kerber, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) überbrachte am Vorabend des 7. Deutschen Geoforums auf der Jubiläumsfeier 25 Jahre DDGI Grüße des Innenministeriums. Bild Hans Werner Liebers.
Bild: Hans Werner Liebers
Wilfried Grunau - Präsident Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV), Präsident Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI)“. Bild: Hans Werner Liebers

Am Vorabend des 7. Deutschen Geoforums hatte der DDGI zu seiner Jubiläumsfeier in die Landesvertretung Hamburgs in Berlin eingeladen. Herr Staatssekretär Dr. Markus Kerber, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), überbrachte die Grüße des Innenministeriums und hob die Bedeutung der Geoinformation bei der Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen hervor. Er bedankte sich beim DDGI für seine 25-jährige Arbeit und verwies auf den Bedarf von Institutionen und Dachverbänden, die Branchen- und Technologie übergreifend die Akteure in Deutschland zusammenführt.

Bild Hans Werner Liebers
Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer, Vorsitzender GDI-DE - Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung. Bild Hans Werner Liebers.
Bild: Hans Werner Liebers
Feierstunde DDGI. Vlnr.: Christoph Harzer - Geschäftsführer Bernhard Harzer Verlag GmbH, Karl-Heinz Spies - Leiter Geoinformation Wupperverband, Georg Wulf - Vorstand Wupperverband, Udo Stichling - Präsident DDGI, Hendrik Osenberg - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Bild: Hans Werner Liebers

Herr Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer GDI-DE und quasi Gastgeber in der Landesvertretung Hamburg in Berlin, wie auch Herr Wilfried Grunau, der als Präsident des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) die Grußworte für die Geoverbände in Deutschland sprach, machten den Kooperationsbedarf der bunten und vielfältigen Geoinformationsbranche deutlich. Frau Godela Roßner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Raumfahrtmanagement, und Veranstaltungspartner des 7. Deutschen Geoforums, blickte auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem DDGI zurück. Ihr Blick in die Zukunft zeigte auf, dass das DLR auch in Zukunft mit Partnern wie dem DDGI zusammenarbeiten wird, um die wertvollen Erbeobachtungsdaten in die Nutzung der verschiedensten Anwenderbranchen zu bringen.

Bild: Werner Liebers
Bei einer offenen Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Feuerwehr, Wasserverband, Landesvermessung, Luft- und Raumfahrt, Fernerkundung und Hochschule konnte Präsident Udo Stichling den Leistungsstand der Beteiligten abfragen. Vlnr.: Udo Stichling - Präsident DDGI, Georg Wulf - Vorstand Wupperverband, Hartmut Ziebs - Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Prof. Paul Becker - Präsident des Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer, Vorsitzender GDI-DE - Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Godela Roßner - DLR, Dr. Andreas Müterthies - Vizepräsident DDGI - EFTAS GmbH, Prof. Dr. rer. nat. Andreas Wytzisk-Ahrens - Europabeauftragter DDGI - Hochschule Bochum - 52°North. Bild Hans Werner Liebers.

Beim 7. Deutschen GeoForum des Dachverbandes für Geoinformation (DDGI) trafen sich über 100 Fachleute der gesamten Geoinformationsbranche in Berlin. Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Politik, diskutierten über den Einsatz von Geoinformation für die digitale Zukunft. Über 120 Anmeldungen konnte der DDGI verzeichnen und musste frühzeitig die Anmeldeliste schließen. Das abwechslungsreiche Programm des 7. Deutschen Geoforums bestand aus einem Keynote-Vortrag, Impulsvorträgen, einer Podiumsdiskussion und acht Fachvorträgen in zwei Vortragsböcken. Es bestand ausreichend Raum für Fragen und Diskussionen sowie in den Pausen für ein intensives Netzwerken unter den Teilnehmenden.

Bild: Hans Werner Liebers
Gut besucht: Die Ausstellung der Sponsoren beim 7. Deutschen Geoforum 2019 in Berlin. Bild: Hans Werner Liebers

Mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Kartographie, Professor Becker, trat direkt zu Beginn des Forums ein "Schwergewicht" in der Geobranche auf. In seinem Keynote-Vortrag verwies er auf die zu erwartenden explodierenden Datenmengen und die damit verbundenen Herausforderungen. Diese großen Datenmengen einer digitalen und vernetzten Gesellschaft führt allerdings die Hochleistungsrechner wie auch die Datenübertragung an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Mit Terra- und Petabyte zu hantieren wird eine der Aufgaben der digitalen Gesellschaft werden.
Aus Sicht eines Nutzers von Geoinformationsdaten beschrieb der Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes DFV, Hartmut Ziebs, den großen Bedarf an Geoinformationen für die Feuerwehr auf. Dies reicht von der schnellen Erfassung des aktuellen Lagebildes bis hin zur Indoornavigation der Rettungskräfte in Gebäuden. Die Probleme, vor denen die Feuerwehren häufig stehen, wenn sie Geoinformationen aus den vielfältigen Quellen nutzen wollen, sind immens und reichen von der Verfügbarkeit der Daten aus den unterschiedlichsten Datenquellen bis hin zu Fachkräften, die Geoinformationen im Einsatzfall nutzen.

In einem weiteren Impulsvortrag mit der Überschrift „Copernicus und Galileo – Europas Team für die digitale Zukunft“ wurden die aktuellen Entwicklungen der beiden europäischen Satellitensysteme vorgestellt. Frau Godela Roßner vom DLR-Raumfahrtmanagement, zeigte die großen Potenziale der Erdbeobachtungsdaten auf wie auch die zukünftige Entwicklung des Copernicus-Systems. Ihr Kollege, Herr Hendrik Osenberg, zeigte die Bedeutung der Satellitennavigation in unserem täglichen Leben auf. Mit dem europäischen Galileo-System hat Europa ein unabhängiges und ziviles Navigationssystem geschaffen, mit einer hohen Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Genauigkeit, die die anderen wie Satellitensysteme GPS (USA), GLONASS (Rußland) und das chinesische „BeiDou“ nicht bieten.

 Bild Hans Werner Liebers.

Hartmut Ziebs - Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands. Bild Hans Werner Liebers.

Bei einer offenen Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Feuerwehr, Wasserverband, Landesvermessung, Luft- und Raumfahrt, Fernerkundung und Hochschule konnte Präsident Udo Stichling den Leistungsstand der Beteiligten abfragen. Dabei ging es auch darum, inwieweit die Beteiligten bereits jetzt miteinander kooperieren, wo neue Tätigkeitsfelder auftreten und wie in der Zukunft besser mit den vielfach bereits vorhandenen Daten gearbeitet werden kann. Die Podiumsdiskussion zeigte auch, dass die Bestrebungen zu mehr OpenData sowie weniger und einfacherer Lizenzen eine wesentliche Forderung der Beteiligten aus allen Bereichen ist.

Die Fachvorträge spannten einen großen Bogen über die vielfältigen Themen der Geoinformation, die uns in der digitalen Zukunft intensiv beschäftigen werden. Hierzu zählten die IT-Infrastrukturen und Palttformtechnologien, die die moderne Nutzung der in Zukunft exponential zunehmenden Datenmengen möglich machen, dem Anwendungspotenzial von höchstaufgelösten Satellitenbilddaten, den Angeboten für die Mobilitätsfragen der Zukunft bis hin zu rechtlichen Herausforderungen an autonome Systeme. Praxisbeispiele aus den Bereichen der Wasserwirtschaft, der Gewässerkunde und des Landmanagements zeigten den bisherigen Einsatz von Geodaten auf wie auch auf die großen Potenziale der digitalen Zukunft. Gleichermaßen wurden auch Anforderungen genannt, die sich an die Adresse der Politik und an die Verwaltung richteten, so z.B die Opendata Strategie weiter konsequent umzusetzen und die digitale Infrastruktur mit Nachdruck auszubauen.

In einer begleitenden Fachausstellung konnten sich die Teilnehmenden an den Informationsständen der Unternehmen einen aktuellen Einblick über die Angebote und Leistungen verschaffen.

In der Abschlusserklärung wurde auf die drängenden Themen unserer Zeit wie Klimaschutz, Umwelt- und Naturschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffbe-schaffung, Erneuerbare Energien, Zugang zu sauberem Wasser, Gesundheit, demografischer Wandel, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Mobilität mit intelligentem, umweltfreundlichem und integriertem Verkehr, sichere Gesell-schaften und den Zugang zu Informationen hingewiesen und dass sie sich ohne Geoinformation nicht lösen lassen.

Diese Problemstellungen waren und sind Ressort- und Technologie übergrei-fend. Gerade die Geoinformation befähigt eine Ressort- und Technologie über-greifende Betrachtung dieser Problemstellungen.
Hierzu bedarf es auch Institutionen, wie die von Dachverbänden, die Branchen- und Technologie übergreifend die Akteure zusammenführt.

Insgesamt war das 7. Deutsche GeoForum eine informative Veranstaltung, die die aktuellen Technologiethemen der Geobranche aufgegriffen hat und in den Bezug zu den vielfältigen Nutzungen stellte. Das nächste Deutsche GeoForum ist bereits für 2020 terminiert. Sie sollten sich den 25.11.2020 bereits jetzt vormerken.

Weitere Informationen: www.ddgi.de

 

 

Abschlusserklärung zum 7. Deutschen GeoForum

 

Bild Hans Werner Liebers 

Abschlusserklärung zum 7. Deutschen GeoForum. Vlnr.: Udo Stichling - Präsident DDGI, Dr. Andreas Müterthies - Vizepräsident DDGI, Peter Loef - Vorstand DDGI - designierter Präsident DDGI. Bild Hans Werner Liebers


Mit dem 7. Deutschen GeoForum wollte der DDGI die Bedeutung der Geo-IT für alle Bereiche der Verwaltung, Wirtschaft und Forschung in den Vordergrund stellen. Am 27.11.2019 trafen sich in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin über 100 Fachleute, die in den vielfältigsten Bereichen der Geoinformation arbeiten.
Die Vorstellung von aktuellen Entwicklungen in den verschieden Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung, das Kennenlernen von Anforderungen der Nutzer und Anwender und das Aufzeigen von Lösungen durch die Forschung- und Entwicklung, waren Ziele der Veranstaltung. Das GeoForum diente auch der Vernetzung der Teilnehmenden, dem Austausch von Erfahrungen und Ideen für neue Geschäftsfelder. In der begleitenden Fachausstellung wurden Dienstleistungen und Lösungsangebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorgestellt.
 
In einer angeregten Diskussion auf dem Podium ergaben sich Ansatzpunkte für weitere Verknüpfungspunkte zur ministerialen Verwaltung und Politik. Nachdem der Staatssekretär Dr. Kerber bereits am Vorabend den Gästen des DDGI die Bedeutung und Aufgaben eines Dachverbandes und von Geoinformationen insgesamt aufgezeigt hatte, galt es beim GeoForum zu klären, inwieweit die Geoinformationsbranche dazu beitragen kann, die zukünftigen Herausforderungen der digitalen Transformation in der Gesellschaft zu bewältigen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass eine Gesellschaft ohne Geoinformation nicht mehr funktionieren kann, erst recht nicht in einer digitalen Welt. Sie fordern die Politik und Regierung auf, neben dem breiten Einsatz von OpenData auch die Vernetzung der verschiedenen Anwender untereinander zu fördern. Dies sind nur beispielhaft genannt die Feuerwehren, Wasserverbände und die Geoinformationsverwaltungen.

Dabei gilt es auch die Geoinformationen der Wirtschaftsunternehmen sinnvoll in die Datenbestände zu integrieren. Dabei muss das Ziel sein, auch die Lizenzrechtlichen Aspekte zu berücksichtigen.

Wenn die Bundesregierung einen gemeinsamen Ansprechpartner für alle Bereiche der Geoinformation benennt, wäre für die gesamte Branche viel erreicht.

Fazit

Die drängenden Themen unserer Zeit, wie Klimawandel, Starkregen- und Hochwasserereignisse, die der zukünftigen Mobilität, einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer CO2-neutralen Energieerzeugung u.v.a., von denen wir heute gehört haben, lassen sich ohne Geoinformation nicht lösen.

Diese Problemstellungen sind Ressort- und Technologie übergreifend. Gerade die GeoIT ist befähigt, Ressort- und Technologie übergreifende Lösungsangebote für die zukünftigen Problemstellungen bereitzustellen.
Hierzu sind interdisziplinäre Vorgehensweisen notwendig und es bedarf auch Institutionen, wie die von Dachverbänden, die Branchen- und Technologie übergreifend die Akteure zusammenführt.

Berlin, 27.11.2019

Weitere Informationen: geoforum.ddgi.de

 

 

 

 

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