Am Dienstag, 19. Dezember 2006 um 15:00 Uhr (MEZ) ist der erste von insgesamt fünf SAR-Lupe Aufklärungssatelliten für die Bundeswehr vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk mit einer COSMOS 3M-Rakete erfolgreich gestartet. Der Satellit wurde von dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB-System AG entwickelt und gebaut, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist für die Positionierung des Satelliten verantwortlich. SAR-Lupe besteht aus fünf weitgehend gleichen Radar-Aufklärungs-Satelliten, die ab Ende 2006 in Abständen von sechs Monaten gestartet werden sollen. Das Deutsche Raumfahrt-Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen übernimmt bei SAR-Lupe die Steuerung der Satelliten in den ersten Wochen nach dem Start. Nach dem Einschuss des Satelliten in die Umlaufbahn durch die Trägerrakete COSMOS 3M wird der Satellit vom DLR-Kontrollzentrum in Betrieb genommen und überwacht. SAR-Lupe ist das erste satellitengestützte Aufklärungssystem Deutschlands. Es besteht aus fünf baugleichen Kleinsatelliten sowie einem Bodensegment zur Satellitenkontrolle, zum Empfang und zur Verarbeitung der Bilddaten. OHB-System entwickelte als Hauptauftragnehmer des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) das Gesamtsystem und hat die Federführung über ein Konsortium aus bekannten europäischen Raumfahrtunternehmen übernommen. Durch die intelligente Kombination vorhandener Technologien kann SAR-Lupe rund um die Uhr unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten. Dabei werden zeitnah hochauflösende Radarbilder aus nahezu allen Teilen der Welt geliefert. Dazu wird SAR-Lupe die Erde in einer Höhe von etwa 500 Kilometern in rund 90 Minuten umkreisen. Die insgesamt fünf Satelliten sind dabei auf drei verschiedenen, ungefähr polaren Umlaufbahnen positioniert. Der Satellit besteht aus einem Satellitenbus und der Radar-Nutzlast. Der spezielle Bus ermöglicht durch seine Dreiachsenstabilisation eine hochpräzise Ausrichtung des Satelliten auf die Stelle am Boden, die aufgenommen werden soll. Die Gewinnung der Bilddaten erfolgt über eine fest mit dem Satellitenbus verbundene Parabolantenne. Ein spezielles Aufnahmeverfahren, das so genannte Synthetic Aperture Radar-, oder kurz SAR-Verfahren, ermöglicht es, aus den Radardaten hochauflösende Bilder zu berechen. Weitere Informationen unter: http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-667/1157_read-6647
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