2003 startete das Programm e-geo.ch zur Vernetzung und vermehrten Nutzung von Geoinformationen in der Schweiz. Geodaten sollen einfacher und günstiger zur Verfügung stehen. Bereits über 140 Amtsstellen von Bund und Kantonen sowie Gemeinden, Werke, Firmen Hochschulen und Private haben die Charta e-geo.ch unterschrieben und unterstützen damit diese Zielsetzungen. Die SBB als großer Geodatennutzer hat die Charta im Sommer 2006 unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung der Charta e-geo.ch durch Hansjörg Hess, Leiter Division Infrastruktur, hat sich die SBB verpflichtet, aktiv geeignete interne und externe Maßnahmen zu unterstützen, mit denen die Nutzung von Geoinformationen gefördert und deren großes Potenzial ausgeschöpft werden kann. Räumliches Informationsmanagement und damit Geoinformationen spielen für die Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und im täglichen Leben eine immer wichtigere Rolle. Wertvolle Geodaten sind zwar beim Bund, den Kantonen und Gemeinden sowie in der Wirtschaft vorhanden, kommen bisher aber nicht oder nur ungenügend zum Einsatz. Dies soll sich nun durch die Nationale Geodaten-Infrastruktur und das Pogramm e-geo.ch ändern. Die Geoinformationen sollen dadurch vermehrt genutzt werden und ihren volkwirtschaftlichen Nutzen entfalten. Der Bund baut zusammen mit den Kantonen, Gemeinden und der Privatwirtschaft im Rahmen des eGovernment eine Geodaten-Infrastruktur auf, die Daten von Bund, Kantonen und Gemeinden vernetzt und den Zugang für alle Nutzer über Geoportale und Geodienste erleichtert. Damit steigert sich der volkswirtschaftliche Nutzen der Geodaten, weil sie von vielen öffentlichen und privaten Geodatennutzern und Geodatendienstleistern benutzt werden können und gleiche Daten nicht mehr mehrfach erhoben und nachgeführt werden müssen. Viele Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich nur mit zweckmäßigen Geoinformationen fundiert beurteilen und begründen. Standortentscheidungen von Firmen werden auf der Basis von Geoinformationen getroffen, genau so wie eine Versicherung das Schadenrisiko anhand von Gefahrenkarten beurteilt oder der Disponent seine Fahrzeugflotte zum Einsatz bringt. Ver- und Entsorgungsunternehmen dokumentieren ihre Leitungen mit Netzinformationssystemen, die wiederum Grundlage für ihre Planungen sind. Auch immer mehr Dienstleistungen für ein breites Publikum beruhen auf Geodaten, so beispielsweise Ortsinformationssysteme der Gemeinden im Internet oder Informationen zu städtischen und touristischen Angeboten via Handy. SBB braucht Geodaten über die ganze Schweiz. Die SBB ist eine grosse Nutzerin von Geodaten: Für den heutigen Betrieb und die weitere Entwicklung ihrer GIS-Anwendungen ist sie auf schweizweit zugängliche und einheitliche Daten angewiesen. Insofern hat die SBB eine Sonderstellung, die sie mit weinigen anderen GIS-Betreibern in der Schweiz teilt. Die Anforderungen und der Bedarf steigen und es ist ein großes Wachstumspotential innerhalb des ganzen Konzerns vorhanden. Die heutige Situation bei der Bestellung und Sicherung von Geodaten ist eine große, zeit- und kostenintensive Aufgabe. In vielen Fällen muss mit jedem regionalen Datenproduzenten, mit den Kantonen und teilweise mit einzelnen Gemeinden verhandelt werden. Die Qualität der Daten wie auch deren Preise sind sehr unterschiedlich und zeigen deutlich auf, dass die Meinungen über die Kosten, die Nutzung und Verbreitung von Geodaten sehr unterschiedlich sind. Dabei ist die Preisbildung nicht in allen Fällen kommerziell zu begründen oder es handelt sich um Daten, die volkswirtschaftlich bereits bezahlt sind. Für eine effizientere Abwicklung der Datenbeschaffung ist die SBB auf die im Aufbau begriffene Nationale Geodaten-Infrastruktur angewiesen. Damit soll das Angebot national vereinheitlicht, die Qualität und die Verfügbarkeit der Daten geprüft und sichergestellt werden, was den Beschaffungsprozess von Geodaten bedeutend vereinfachen wird. Die SBB ist eine grosse Produzentin und Nutzerin von Geodaten und kann einen namhaften Beitrag zur Nationalen Geodaten-Infrastruktur leisten: Die Geomatiker und Geomatikerinnen erfassen und bewirtschaften die Amtliche Vermessung im Bahngebiet. Die Infrastruktur, beginnend mit der Gleisgeometrie, der Fahrbahn, der Fahrleitungsanlagen, der Ingenieurbauten, der unterirdischen Leitungen bis hin zu den Sicherungsanlagen und der Telekommunikation werden zentimetergenau erfasst, verwaltet und dienen dem Betrieb der Anlagen und dem Unterhaltsmanagement. Die Umweltfachleute erfassen und verwalten Geodaten über die Grünflachen, den Wald und ökologische Ausgleichsflächen und erfassen die Altlastensituation und die Standorte im GIS. Sie befassen sich mit den Naturgefahren und der Risikobeurteilung im Bahngebiet. Die Lärmschutzfachleute modellieren die Lärmbelastung durch die Bahn und berechnen die Schutzmassnahmen. Die SBB verfasst Angebotskarten des öffentlichen Verkehrs der Schweiz, wie die Karte des GA-Geltungsbereichs, generiert aus den Fahrplanverbindungen aller Anbieter des öffentlichen Verkehrs. Die SBB wird in Zukunft vermehrt bestrebt sein, die Bereitstellung ihrer Geodaten von öffentlichem Interesse voranzutreiben und die Zusammenarbeit mit externen Interessenten zu intensivieren. Dies im Sinne des Aufbaus einer Nationalen Geodaten-Infrastruktur, an welcher sich die SBB gleichermassen als Datenlieferantin, aber auch als Datenbeziherin beteiligen will. Weitere Informationen unter: http://www.e-geo.ch
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