Google rüstet Google Earth und Google Maps weiter auf. So erhielt die Software eine neue Benutzeroberfläche. Hier wurde einiges aufgeräumt und verbessert. Die wirklich wichtigen Änderungen stecken jedoch im Programm. Die Google Earth-Datenbank wird künftig über viermal mehr hochauflösende Bilddaten enthalten als vorher. Damit werden jetzt 20 Prozent der gesamten Landmasse der Erde mit hochauflösenden Daten abgedeckt. Nach wie vor sind die städtischen Räume besser abgedeckt als das platte Land, doch die Lücken werden kleiner. Die neuen Daten kamen vor allem Regionen zugute, die bisher nur grob abgedeckt wurden. Hierzu zählen insbesondere der mittlere Osten, Asien, Australien, China sowie Süd- und Zentralamerika. Um das zu erreichen, bediente sich Google im Datenbestand der Firma Digital Globe, die einen von drei kommerziell verfügbaren Bildaufnahme-Satelliten betreibt. Nach Angaben der Betreiberfirma ist deren Satellit QuickBird derzeit der einzige kommerzielle Erdtrabant, der in der Lage ist, Bilder mit einer Auflösung von unter einem Meter pro Pixel aus dem Orbit zu schießen. Gegenüber der bisher von Google für große Teile des Planeten genutzten Auflösung von 15 Metern pro Pixel ein wahrer Quantensprung. In Deutschland wird man davon freilich kaum etwas wahrnehmen, denn die hiesigen Bilddaten wurden ohnehin schon in Form stiller Updates auf den bestmöglichen Stand gebracht. Die Bis zu zehn Zentimeter pro Pixel reicht die Auflösung, und ist damit Weltspitze. Neben den Verbesserungen an Google Earth wurde auch KML, die Programmiersprache mit der Google Earth um eigene Daten erweitert werden kann, überarbeitet. Die wichtigste Neuerung: nach dem Update kann KML nunmehr auch in Google Maps verwendet werden. Somit können Google Earth-Projekte jetzt auch im Webbrowser dargestellt werden. Für Gelegenheits-Anwender entfällt damit der bisher obligatorische Software-Download. Darüber hinaus wurde das Google Maps API verbessert. Über diese Programmierschnittstelle können Website-Betreiber Google Kartenmaterial und Satellitenbilder in eigene Homepages integrieren. Das soll in Zukunft einfacher gehen. Statt beim Erstellen einer solchen Homepage mühsam per Hand GPS-Koordinaten einzugeben, genügt nun die Eingabe einer Straßenadresse. Das Geocoding von Google übernimmt dann automatisch die Konvertierung in GPS-Daten. So kann man beispielsweise ohne viel Mühe eine Reiseroute nachzeichnen oder die Filialen einer Kaufhaus-Kette in die Karte eintragen. In Kürze soll auch Googles Bildverwaltungs-Software Picasa mit einer Verbindung zu Google Earth aufgerüstet werden. Dann soll ein Mausklick genügen, um ein Digitalfoto mit einem Ort zu verknüpfen. Bei Google geht man davon aus, dass sich die Software zu einer Art universellem Browser für Geodaten entwickeln könnte, die in immer mehr Bereichen zur Anwendung kommen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn die Entwickler können ohne jeden kommerziellen Druck arbeiten. Die Entwicklung basiert im wesentlichen auf dem Kartenmaterial und der Software des Satellitenbild-Anbieters Keyhole, den Google im Oktober 2004 übernommen hatte. Die Nachfrage nach Google Earth ist gigantisch. So wurde die Software laut Google bereits im ersten Jahr nach ihrer Veröffentlichung über 100 Millionen Mal herunter geladen und aktiviert. Die neue Version wird zeitgleich in Varianten für Windows, Mac OS X und Linux veröffentlicht. Es muss also kein Anwender darauf vertröstet werden, dass "sein" Update erst in einigen Wochen erscheint. Weitere Informationen unter: http://earth.google.com http://maps.google.com
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