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22.05.2006
Über eine halbe Million Euro für "Kompetenzzentrum Geoinformatik"


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"Das Marktpotenzial von öffentlichen Geoinformationen wird auf etwa zehn Milliarden Euro geschätzt, wobei derzeit nur etwa 15 Prozent erschlossen sind", sagt der wissenschaftliche Projektleiter Prof. Dr. Thomas Brinkhoff. Um das zu ändern, wurde das "Kompetenznetzwerk für Geoinformatik" an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ins Leben gerufen. Unterstützt wird das Projekt vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK). Das MWK bewilligte jetzt über 310.000 Euro, um besonders den Nordwesten Niedersachsens zu fördern. Das Projekt wurde für die Dauer von zunächst zwei Jahren bewilligt. Das gesamte Projektvolumen beläuft sich auf knapp 627.000 Euro.

Die Ziele des Projektes sind:
- die Stabilisierung junger Firmen im Bereich der Geoinformatik durch Zusammenarbeit und Beratung bei Markteintritt
- die Unterstützung von Hochschulabsolventen bei der Existenzgründung
- das Marketing von aktuellen Geoinformatik-Projekten zwecks Technologietransfer
- die fachliche Begleitung von Vermessungs- und Planungsbüros bei fachlicher Neuausrichtung in die Geoinformatik
- die Ausrichtung von Workshops und Foren
- Förderung von strukturschwachen Gebieten in Niedersachsen

Projektbeteiligte sind die FH OOW und die Universität Osnabrück. Die wissenschaftliche Leitung des "Kompetenznetzwerks für Geoinformatik" ist am Standort Oldenburg angesiedelt. Im Rahmen des Projektes sollen die Kontakte zwischen Hochschulen, Firmen, Behörden und Verbänden im Themenbereich "Geoinformatik" insbesondere im Nordwesten des Landes Niedersachsen weiter gestärkt werden.
"Das Marktpotenzial öffentlicher Geoinformationen wird derzeitig von Privatfirmen im Nordwesten Niedersachsens zu wenig erschlossen", berichtet Brinkhoff. Schwerpunktmäßig seien Firmen aus Nordrhein-Westfalen und aus dem süddeutschen Raum im Geoinformationsmarkt tätig. "Dies wird auch durch die Abwanderung von Absolventen der Geoinformatik deutlich, die für die Praktika und Diplomarbeiten in den Süden Deutschlands wechseln und dann nach Studienabschluss dort auch berufstätig werden", stellt der Projektleiter fest. Umso wichtiger ist dieses Projekt. Um besonders strukturschwache Gebiete in Niedersachsen zu fördern, ist es notwenig, die Geoinformatik-Aktivitäten im Land zu bündeln und ein effektives Netzwerkmanagement zu betreiben.

Zusätzlich wird eine Mitarbeiterstelle an die Universität Osnabrück abgeordnet werden, um so einerseits operativ besser den Südwesten Niedersachsens abdecken zu können und andererseits die Aktivitäten mit dem im Februar 2006 in Osnabrück gegründeten "Verein zur Förderung der Geoinformatik in Norddeutschland e.V." koordinieren zu können.
In diesem Verein, der neben der wissenschaftlichen Disziplin Geoinformatik sich auch als Interessenvertreter der Geoinformationswirtschaft versteht, ist das Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik der FH OOW neben anderen Hochschulen, Firmen und Behörden Mitglied.

Die Notwendigkeit des Wandels unserer Gesellschaft von der Industriegesellschaft zur Wissens- und Informationsgesellschaft stellt derzeit eine der größten Herausforderungen für den Wissenstransfer von Hochschulen in Wirtschaft und Verwaltung dar. Dabei nimmt die Bedeutung des Rohstoffs "Geodaten" immer weiter zu und dient als Grundlage für raumbezogene Entscheidungen in Bereichen der Immobilienwirtschaft, Funknetzplanung, Fahrzeugnavigation (GPS), Versicherungswirtschaft oder auch der regionalen Planung von (Strom-)Leitungen, Wasserkanälen, Gewerbestandorten oder Absatzplanungen in regionalen und überregionalen Bereichen.

Die umfangreichen, insbesondere im öffentlichen Bereich aufgebauten Datenbestände (Vermessungs- und Katasterdaten sowie kommunale Geodaten, aber auch Geofachdaten über Umwelt, Wirtschaft, Bevölkerung etc.) sind jedoch nicht ausschließlich für die Verwaltung von Interesse; vielmehr ist die Verfügbarkeit öffentlicher Geoinformation zu einem wichtigen Instrument zur Standort- und Wirtschaftsförderung geworden. Mit dem Wirtschaftsgut Geoinformation können neue Einnahmequellen erschlossen werden. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Geodaten eine ähnliche Rolle wie die Verkehrsinfrastruktur für das Transportwesen.

Weitere Informationen unter:

http://idw-online.de/pages/de/news160413


Quelle: Anke Westwood. idw Informationsdienst Wissenschaft





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